Damals war's...
Wer war Emil Helbig? Wie ist die typische Flachschnitzerei unserer Firma eigentlich entstanden? Unter welchen Umständen wurde die Firma gegründet?
Auf den folgenden Seiten werden all diese Fragen von Walter Helbig beantwortet. In mehreren kurzen Kapiteln hat er die Geschichte der Firma Kunstgewerbliche Schnitzereien Emil Helbig aufgeschrieben.
In den nächsten Monaten werden wir hier weitere Kapitel veröffentlichen. Achten Sie auf die Meldungen auf der Startseite oder schauen Sie einfach mal wieder vorbei.
Weitere Kapitel:
Sieben Jahre sind vergangen seit Emil auf Wanderschaft ging. Sieben Jahre voller neuer Erfahrungen, Bekanntschaften und Einsichten. 1908 kehrte er nun als gereifter Mann in die Heimat nach Hainichen zurück. Sein handwerkliches Geschick und die erlernten Fähigkeiten auf der Wanderschaft verhalfen ihm schnell zu einer Anstellung als Bildhauer bei einer großen Chemnitzer Möbelfirma.
Am 16. Oktober 1912 heiratete er Ida Börner, die ebenfalls aus Hainichen stammte. Mit ihr zog er nach Chemnitz und gründete dort seinen eigenen Hausstand. 1913 wurde sein erster Sohn Karl Helbig geboren. 1914 musste Emil seine berufliche Laufbahn unterbrechen. Der 1.Weltkrieg hatte begonnen mit all seinen Schrecken. Am 31. März 1917 wurde er in Russland an rechter Hand und Schulter verwundet. Als Kriegsversehrter wieder zu Hause nutzte er die Zeit zur Weiterbildung. Bis 1919 absolvierte er drei Semester an der Kunstgewerbeschule in Dresden. Als Modelleur fand er 1918 eine Anstellung an der Porzellanmanufaktur Meißen.
Prof. Alwin Seifert, seit 1914 Direktor der Fachschule für Spielzeug in Seiffen, besuchte 1919 die Manufaktur und entdeckte Emil dort. Erneut verhalfen Emil seine künstlerischen Arbeiten, neue Wege einzuschlagen. Prof. Alwin Seifert bot ihm eine Anstellung als Schnitzer und Bildhauer an seiner Schule an. Er sollte dort sein schnitzerisches Können beim Gestalten von Spielzeug anwenden.
Die Woche über war Emil Helbig nun in Seiffen tätig. Die klare Zeichenführung in der Darstellung von Mensch, Tier und Natur brachte sehr bald, in den Bereichen Holzspielzeug und Kunstgewerbe, seine eigenständige Note hervor. Sie unterschied sich wesentlich von der damals noch üblichen einfachen „Männel“- und „Viecher“-Herstellung, bei der meist die ganze Familie in einem kleinen Raum am Tisch saß und einfache Figuren grob beschnitzte und bemalte.
Privat sollte sein Sohn Karl bald weitere Geschwister bekommen. Am 10. Februar 1919 wird sein zweiter Sohn Walter Helbig geboren. Später wird dieser Sohn sein Mitarbeiter und Nachfolger in den Grünhainichener Werkstätten werden. Fünf Jahre später, am Geburtstag seines zweiten Sohnes Walter, kommen die Zwillinge Marianne und Fritz zur Welt, womit die damalige Familie Helbig komplett war.
Fortsetzung folgt ...